Im Jahre 1937, dem letzten Schützenfest vor dem Zweiten Weltkrieg, wurde Karl Krüskemper aus geheimnisvolle Weise König: Nach dem Königsschuß steckte nämlich seine Munition noch im Gewehr. Die Sache klärte sich auf: Sein Bruder Bernhard hatte für ihn geschossen.

Norbert Sobbe gefiel es bei den Schützenbrüdern besser als bei der Budeswehr. Sein Versuch, sich bei der Truppe abzumelden, scheiterte: Am Tag nach dem Schützenfest holten ihn die Feldjäger ab. Da er aber nicht nüchtern schien, konnten sie offenbar nicht viel mit ihm anfangen. So brachte man ihn zur Ausnüchterung zur Polizeistation Lüdinghausen. Das dicke Ende kam hinterher: drei Tage Knast und 150 DM Strafe.

Hohe Ehrung widerfuhr König Heinrich Lammers: Bei einer Schiffsfahrt  mit der Santa Monika auf dem Kanal wurde er von allen Schützenvereinen aus Lüdinghausen zum Kaiser gewählt - Majestät der Mäjestäten.

Pferde gehörten früher ganz selbstverständlich zum Bild jedes Schützenfestes. Doch einmal fiel ein Major vom Pferd - seitdem hat man auf die Pferde verzichtet. Übrigens passierte auch Oberst Pernhorst einmal ein Mißgeschick: Er ließ sich von einem starken Mann auf`s Pferd setzen, doch der Schwung war so groß, daß er nicht auf dem Pferd landete, sondern über`s Pferd gesetzt wurde.

Vor dem Krieg hatte der Schützenverein Bechtrup einmal einen Nittelkönig (Nittel = Brennessel). Mit solchen Spottnamen bedenkt man einen König, der es vorzieht, durch Abwesenheit zu glänzen, wenn Freibier angesetzt ist. Die Erinnerung daran ist heute noch lebendig. Auch als Nittelkönig geht man in die Annalen des Schützenvereins ein.

Vogelbauer seit drei Generationen ist die Familie Domhöver. Sie versteht ihr Handwerk, denn das ist eine Kunst für sich, so einen richtigen Vogel zu bauen. Übrigens wurde er früher von Lüke, heute Sobbe, gebaut.

Am dritten Tag des Schützenfestes 1973 war auch Norbert Sobbe abgekämpft und suchte sich in der Ziegelei ein Ruheplätzchen. Aber das Sofa war schon besetzt. Norbert erkundigte sich bei dem Schläfer, woher er komme. Als er merkte, daß er nicht aus Bechtrup kam, rollte er den Fremden kurzerhand vom Sofa und legte sich selber zur Ruhe.

Seit 1979 wird auch ein Kinderschützenfest gefeiert, das von der Jägerkompanie organisiert wird. Vorher gab es immer eine sogenannte Kinderbelustigung. Früh übt sich ... kann man da nur sagen. Und der Nachwuchs ist große Klasse.

Mit einem Faß Bier ahndete Oberst Pernhorst im Jahre 1959 das Zuspätkommen der Fahnenträger Josef Hülsbusch, Paul Brinkhaus und Willibald Evers zur Messe. Sie hatte längst begonnen, als die drei die Fahne zum Altar brachten.

Einmal wurde den Bechtrupern der Vogel gestohlen. Die Diebe - sie kamen aus Nordkirchen - versuchten, die Ahnungslolsen zu spielen. Aber es nutzte nichts, denn das Eichengrün, das in ihrem Auto lag, verriet sie. Die Bechtruper wußten sich zu helfen: Einer mußte den Vogel herbeischaffen, während der andere solange Bier und Schnaps ausgeben mußte. Es wird ihnen wohl ein Denkzettel gewesen sein...

Wie Heinrich Jakob 1951 zu seinem Königsschuß kam, dafür hatte Pater Hülsbusch eine biblische Begründung. Als nämlich Heinrich nach reichlichem Genuß alkoholischer Getränke sich zum Schlafen hingelegt und zum Pflichtschuß geweckt wurde, flog ihm der Vogel um die Ohren. Kommentar von Pater Hülsbusch: "Den Seinen gibt`s der Herr im Schlaf"

Adjudanten haben mitunter einen schweren Stand: Willi Große Ophoff mußte bei Schoppmann  einmal eine Nachricht überbringen. Und weil gerade Melkzeit war, mußte er eben in den Kuhstall. Es kam, was kommen mußte: Die Kühe hatten keinen Sinn für seine schöne Uniform. Er wurde von oben bis unten bekleckert - Schärpe und Uniform mußten in die chemische Reinigung.

Auch in den Nachbarbauerschaften waren die Schützenbrüder aus Bechtrup sehr aktiv. Aber es ging nicht immer gut aus. So beteiligten sich Franz Altenbockum und Alfred Domhöver beim Vogelschießen in Elvert. An der Vogelstange schrieb der neue Lehrer Kuhn die Namen auf. Und weil er natürlich nicht alle Mitglieder kannte, stellten sich die beiden an. Dann kamen dem Lehrer offenbar Zweifel, weil ihre Namen nicht auf der Liste standen. Meinte Alfred treuherzig: "Schreib mich man direkt hinter Denter!" Nach einigen Schüssen - der Vogel wackelte schon verdächtig - wurde der Vorstand aufmerksam und nahm die beiden Fremdlinge aus dem Gefecht.

Die Vogelstange ist im Laufe der Zeit gewandert: bis um die Jahrhundertwende wurde der Vogel noch in der Nähe des Gehöftes Oberhaus im Schapprott ausgeschossen. Dann wurde die Vogelstange zum Heideweg verlegt, vermutlich um einen regelrechten Festzug machen zu können. Bis 1963 stand sie dort. Dann bekam der Schützenverein keine Genehmigung mehr, über die Bundesstraße 235 zu ziehen - bedauerlich, aber verständlich bei diesem Verkehr. Seit 1963 wurde der Vogel auf der Ziegelwiese bei Schwenken ausgeschossen. Seit 1997 findet das Vogelschießen auf der Festwiese bei Große-Ophoff statt.

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